Abi nicht bestanden - was nun?

Ihr habt geschuftet, gearbeitet und gelernt, aber es hat trotzdem nicht gereicht? Keine Angst, das kann schon mal passieren. Die große Frage ist nun aber: Wie geht's weiter?

Next Try?

Ihr wollt trotzdem eigentlich am liebsten das Abitur haben? Nachdem es beim ersten Mal nicht geklappt hat denkt ihr euch: "Jetzt erst recht!"? Kein Problem - versucht es einfach im kommenden Schuljahr noch einmal. Je nach Bundesland darf man nach Nichtbestehen noch ein zweites, manchmal sogar ein drittes Mal zur Abiturprüfung antreten. Der Nachteil: Ihr wiederholt die ganze Klassenstufe, also das gesamte Jahr noch einmal. Informiert euch einfach bei eurer Schule nach dem üblichen Prozedere.

Allerdings wisst ihr ja jetzt, was auf euch zukommt und könnt euch noch besser und effektiver vorbereiten und seid vielleicht nicht ganz so nervös. Seid euch aber vorher im Klaren darüber, ob euch das Abitur wirklich weiterhilft und ob ihr euch den gesamten Stress ein weiteres Mal antun wollt.

Keine Panik!

Da aber die wenigsten im Voraus damit rechnen oder darüber nachdenken, was passiert, wenn sie die Abiprüfungen nicht bestehen sollten, haben wir hier ein paar Möglichkeiten für euch. Für viele weitere Wege ist nämlich ein Abitur gar nicht unbedingt nötig:

  • FSJ/FÖJ
    Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) könnt ihr auch absolvieren, wenn ihr kein Abitur habt. Der Einstieg in den Arbeitsalltag in einer sozialen oder ökologischen Einrichtung oder Verein bringt euch erst einmal weg vom ganzen Schulstress und gibt euch oft Zeit, über eure nächsten Schritte nachzudenken. Nebenher verdient ihr euch ein kleines Taschengeld und auch den ein oder andere Arbeitgeber freut ein FSJ in eurem Lebenslauf.

  • Ausland
    Au Pair, "Work and Travel" oder ein Sprachkurs - für keines dieser Angebote ist das Abitur eine Voraussetzung. Egal welchen Weg ins Ausland ihr wählen solltet, Aufenthalte dort sind kulturell immer bereichernd, vielleicht könnt ihr eure Sprachkenntnisse verbessern und neue Bekanntschaften schließen. Ihr habt währenddessen genug Zeit, euch zu überlegen, wie es weitergeht und was euch Spaß macht.

    Auch manche Praktika lassen sich im Ausland absolvieren. Etwas von der Welt zu sehen, bevor ihr ins Arbeitsleben einstiegt, ist für den eigenen Horizont und die persönliche Weltanschauung bestimmt nicht schlecht - ihr werdet aus dieser Erfahrung viel lernen!

  • Praktikum
    Ein Praktikum in verschiedenen Berufszweigen erfordert oft keine Allgemeine Fachhochschulreife. Natürlich ist ein Abitur hier eine zusätzliche Qualifikation, die nicht zu unterschätzen ist, aber gerade im Handwerk oder im Dienstleistungssektor werdet ihr sicherlich ein geeignetes Praktikum finden, wenn es euch dorthin zieht. Falls ihr schon eine grobe Richtung anpeilen könnt, habt ihr so die Möglichkeit, verschiedenen Berufe kennenzulernen und "auszuprobieren".

    Oft sind Praktika sogar bezahlt und vielleicht ergeben sich mit dem Unternehmen später noch weitere Möglichkeiten. Angebote und Ausschreibungen findet ihr auf Börsen wie Stellenanzeigen.de, in Karrierenetzwerken (z.B. Xing) oder auf den Internetseiten von Firmen und Unternehmen.

  • Ausbildung
    Falls ihr es vorzieht, zunächst einmal nicht studieren zu wollen und direkt in einen Beruf einzusteigen, findet ihr sicherlich auch ohne Abi Ausbildungsangebote. Eine berufliche Ausbildung hat den Vorteil, viel Praxisarbeit in den Alltag zu integrieren und meist winkt auch eine monatliche Vergütung. Gerade im Anschluss an ein Praktikum kommt eine Ausbildung für viele infrage. Angebote hierzu finden sich (ähnlich zu den Ausschreibungen von Praktika) auf Firmenhomepages oder Portalen von Stellenanzeigen.

Fachhochschulreife

In bestimmten Bundesländern bieten Schulen die Möglichkeit, mit einem bestimmten Abschlusszeugnis (kein Abiturzeugnis) oder bereits mit dem Abschluss einer bestimmten Klassenstufe (bei G8 häufig nach der 11. Klasse) eine Fachhochschulreife zu erwerben. In einem anschließenden berufsbezogenen Teil arbeitet ihr meist in Praktika oder Ausbildungen mit einem Unternehmen zusammen und erlangt so nach einem bestimmten Zeitraum die Erlaubnis, an Hochschulen bzw. Fachhochschulen studieren zu dürfen.

Nachteil: Dieser Abschluss wird, anders als das allgemeine Abitur, nicht überall anerkannt. Zudem ist es euch meistens nicht erlaubt, an einer Universität zu studieren (nur in Ausnahmen). Weitere Infos und den Vergleich von Fachhochschulreife und Abitur gibt es hier.